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Machtkampf bei den Briten: Johnson-Rivale Stewart fliegt aus Tory-Wettbewerb
SPIEGEL
Wed, 19 Jun 2019 18:13

Machtkampf bei den Briten: Johnson-Rivale Stewart fliegt aus Tory-Wettbewerb

SPIEGEL
Wed, 19 Jun 2019 18:13

Er war Hoffnungsträger der Proeuropäer im Kampf um das Amt des britischen Premiers: Jetzt ist Rory Stewart in der nächsten Abstimmungsrunde bei den Tories ausgeschieden.

Machtkampf bei den Briten: Johnson-Rivale Stewart fliegt aus Tory-Wettbewerb
Auf Platz eins bleibt Boris Johnson.















ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Rory Stewart














Mittwoch, 19.06.2019  

19:13 Uhr




Für einen kurzen Moment in diesem Wahlkampf sah es so aus, als könnte es eine große Überraschung geben. Rory Stewart, als großer Außenseiter gestartet, hatte im Tory-Wettbewerb um das Amt des künftigen Parteichefs und britischen Premierministers nicht nur die ersten beiden Abstimmungsrunden überstanden - sondern dabei zuletzt auch noch am stärksten zugelegt.




Der mit Abstand schärfste Brexit-Kritiker hatte plötzlich gute Karten, neben Topfavorit Boris Johnson an der finalen Urwahl der Tory-Mitglieder teilnehmen zu dürfen.


Doch daraus wird nun nichts. Stewart verlor das jüngste Votum in der Fraktion, die in mehreren Wahlen die beiden Kandidaten für den Basis-Entscheid bestimmt. 27 Abgeordnete stimmten nun für den Konservativen - zehn weniger als noch am Vortag.
Weiterhin unangefochten auf Platz eins liegt Ex-Außenminister Johnson. Er verbesserte sein Ergebnis erneut und holte diesmal 143 Stimmen. Zulegen konnten auch seine beiden bislang aussichtsreichsten Verfolger: Außenminister Jeremy Hunt erhielt 54 Stimmen, Umweltminister Michael Gove 51.


Enttäuschender Auftritt in TV-Debatte


Ebenfalls weiter ist Innenminister Sajid Javid (38 Stimmen), der noch am Dienstag gerade so die erforderliche Mindestzahl an Abgeordneten auf seine Seite gezogen hatte. Javid konnte nun aber offenbar von seinem Auftritt vom Vorabend in einer BBC-Debatte profitieren. In der Runde mit allen verbliebenen Bewerbern hatte er einen soliden Eindruck gemacht. Stewart wiederum konnte nach Ansicht vieler Beobachter in der Diskussion die hohen Erwartungen an ihn nicht erfüllen.
Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten hatte Stewart nicht das unrealistische Versprechen abgegeben, in Kürze mit der EU einen neuen Brexit-Vertrag aushandeln zu können. Auch zeigte er sich offen dafür, notfalls den Austrittstermin aufzuschieben. Stand jetzt verlässt Großbritannien am 31. Oktober die Europäische Union.