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USA: Trump-Kandidatin nennt Klimawandel "echtes Risiko für unseren Planeten"
SPIEGEL
Wed, 19 Jun 2019 21:02

USA: Trump-Kandidatin nennt Klimawandel "echtes Risiko für unseren Planeten"

SPIEGEL
Wed, 19 Jun 2019 21:02

Donald Trump will sie als oberste US-Diplomatin zur Uno schicken - doch Kelly Craft widerspricht ihrem Präsidenten in einem wichtigen Punkt: Sie ruft zum Kampf gegen die Erderwärmung auf.

USA: Trump-Kandidatin nennt Klimawandel "echtes Risiko für unseren Planeten"
















Kevin Lamarque/Reuters

Kelly Craft: "Der Klimawandel muss angegangen werden"














Mittwoch, 19.06.2019  

22:02 Uhr




Die von US-Präsident Donald Trump als Uno-Botschafterin nominierte Kelly Craft hat die Bedeutung des Kampfes gegen den Klimawandel hervorgehoben. "Der Klimawandel muss angegangen werden, da er ein echtes Risiko für unseren Planeten darstellt", sagte Craft bei einer Anhörung vor dem Senatsausschuss für Auswärtige Angelegenheiten.




Über die Einsetzung der 57-Jährigen als Uno-Botschafterin will der US-Senat in den kommenden Wochen entscheiden.


Craft erkannte den menschengemachten Klimawandel an, betonte aber auch, dass politische Schritte nicht auf Kosten von US-Arbeitsplätzen gehen dürften.
Trump hat sich mehrfach skeptisch darüber geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gebe und falls ja, ob er menschengemacht sei. Er hat die USA - einen der größten Verursacher von Treibhausgasen weltweit - aus dem internationalen Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen. Craft sagte dazu, die USA könnten die Debatte über das Klima trotzdem anführen.



Angesichts ihrer Ehe mit Joe Craft, einem milliardenschweren Geschäftsmann aus der Kohleindustrie, versprach Craft, sich aus Uno-Gesprächen zum Thema Kohle wegen Befangenheit herauszuhalten. Sie würde sich in solchen Fällen vertreten lassen.
Die 57-Jährige witzelte, ihr Ehemann werde wegen ihrer Äußerungen zum Klima vermutlich nach der Anhörung ohne sie nach Hause fahren


US-Regierung begräbt Obama-Plan für saubere Energie
Dass die US-Regierung nicht wirklich vorhat, Klimaschutz zu betreiben, hat sie allerdings gerade wieder bewiesen: Ein Programm von Trump-Vorgänger Barack Obama zur Reduktion der Treibhausgase aus dem Energiesektor wurde endgültig beerdigt. Der Direktor der US-Umweltbehörde EPA, Andrew Wheeler, präsentierte am Mittwoch ein neues Regelwerk, das wesentlich lockerer ist. Auf zuvor vorgesehene landesweit einheitliche Vorschriften für den Kohlendioxidausstoß von Kraftwerken wird darin verzichtet. Alte Kohlekraftwerke könnten damit länger am Netz bleiben als dies nach dem früheren Plan möglich gewesen wäre.



Trump hat sich eine Renaissance der Kohlebranche auf die Fahne geschrieben. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt kündigte er an, den sogenannten Clean Power Plan (Saubere-Energie-Plan) von 2015 zu annullieren. Wheeler präsentierte dann im August 2018 den Entwurf neuer Richtlinien mit dem Namen "Affordable Clean Energy Rule" (Regeln für bezahlbare saubere Energie). Die Ausarbeitung dieses Regelwerks ist nun abgeschlossen.
Allerdings dürften sie einen harten Gerichtsstreit auslösen. Von den Demokraten kontrollierte Bundesstaaten wollen die neuen Regeln anfechten. Der Streit könnte bis zum Obersten Gericht des Landes gehen. Schon der Plan aus der Obama-Zeit trat nie in Kraft, weil von den Republikanern kontrollierte Staaten juristisch gegen ihn vorgegangen waren.