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Kursmanipulationen: Wirecard erhebt laut Insider schwere Vorwürfe gegen "Financial Times"
SPIEGEL
Mon, 22 Jul 2019 11:52

Kursmanipulationen: Wirecard erhebt laut Insider schwere Vorwürfe gegen "Financial Times"

SPIEGEL
Mon, 22 Jul 2019 11:52

Wirecard sieht offenbar den Verdacht bestätigt, dass Journalisten der 'Financial Times' und Spekulanten gemeinsame Sache gemacht haben.

Kursmanipulationen: Wirecard erhebt laut Insider schwere Vorwürfe gegen "Financial Times"
Wirecard sieht offenbar den Verdacht bestätigt, dass Journalisten der "Financial Times" und Spekulanten gemeinsame Sache gemacht haben. Sie sollen den Kurs der Wirecard-Aktie manipuliert haben.















Peter Kneffel/DPA

Wirecard-Chef Markus Braun














Montag, 22.07.2019  

12:52 Uhr




Der Zahlungsdienstleister Wirecard erhebt offenbar schwere Anschuldigungen gegen die "Financial Times": Einem Insider zufolge sieht das Unternehmen den Verdacht einer Zusammenarbeit zwischen Aktien-Spekulanten und der britischen Finanzzeitung bestätigt. Das Unternehmen habe Beweismittel an die Staatsanwaltschaft München I übergeben.




Darunter sei der Mitschnitt eines Gesprächs zwischen zwei Investoren, in dem es um einen bevorstehenden Bericht der Londoner Wirtschaftszeitung über Wirecard gehe, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Staatsanwaltschaft wollte sich bislang nicht dazu äußern, Wirecard nahm ebenfalls keine Stellung.


Wirecard fordert Einstellung der Berichterstattung


Eine Sprecherin der "FT" wies die Vorwürfe laut "Handelsblatt" zurück: "Es gab keinerlei geheime Absprachen von Journalisten der FT mit Short-Sellern oder anderen Dritten, was den Inhalt oder den Veröffentlichungszeitpunkt von FT-Artikeln über Wirecard betrifft."
Wirecard habe die Londoner Zeitung in einem über die Anwaltskanzlei Herbert Smith Freehills übermittelten Schreiben aufgefordert, bis auf Weiteres nicht mehr über das Unternehmen zu schreiben und stattdessen eine interne Untersuchung über ein mögliches Fehlverhalten in der Redaktion zu starten, berichtete das "Handelsblatt".


Eine Reihe von kritischen Berichten der "FT" seit Anfang des Jahres hatte die Wirecard-Aktie immer wieder abstürzen lassen. Das Unternehmen und die deutsche Finanzaufsicht BaFin hegen den Verdacht, dass sich Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.
Die Wirecard-Aktie legte an diesem Montag an der Börse um 1,35 Prozent zu. Am vergangenen Freitag hatte der Zahlungsdienstleister angekündigt, künftig in den deutschen Filialen der Aldi-Gruppe einen Teil der Kartenzahlungen abzuwickeln.