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Klimaproteste: Mehr als hundert Festnahmen in Paris
SPIEGEL
Sat, 21 Sep 2019 20:20

Klimaproteste: Mehr als hundert Festnahmen in Paris

SPIEGEL
Sat, 21 Sep 2019 20:20

Zerschlagene Fensterscheiben, geplünderte Geschäfte, brennende E-Scooter: Bei Demonstrationen in Paris ist es zu Ausschreitungen gekommen.

Klimaproteste: Mehr als hundert Festnahmen in Paris
Die Polizei nahm mehr als Hundert Menschen fest und setzte Tränengas ein.















Zakaria ABDELKAFI/AFP

Paris: Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den Gelbwesten auf die Straße und schlossen sich später der Klimakundgebung an














Samstag, 21.09.2019  

21:20 Uhr





Die Berichterstattung über den Klimawandel ist eine der großen journalistischen Herausforderungen unserer Zeit. Auch für den SPIEGEL ist die Klimakrise eines der wichtigsten Menschheitsthemen. Wir unterstützen deshalb in dieser Woche eine internationale Initiative, die den Blick darauf richten will: "Covering Climate Now" wurde von der "Columbia Journalism Review" und der kanadischen Zeitung "The Nation" angestoßen, mehr als 200 Medienunternehmen weltweit nehmen daran teil, darunter der "Guardian", "El País", "La Repubblica", "The Times of India" , "Bloomberg" oder "Vanity Fair". Der SPIEGEL widmet der Klimakrise diese Woche die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe und jeden Tag besondere Aufmerksamkeit auf spiegel.de
Bei Protesten in Paris hat die Polizei mehr als Hundert Menschen vorläufig festgenommen. Gewaltbereite Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks hätten sich unter die Teilnehmer einer Klimakundgebung gemischt. Die Polizei forderte friedliche Demonstranten dazu auf, sich von gewalttätigen Gruppen zu distanzieren.




An der Kundgebung "Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit" nahmen demnach mehrere Tausend Menschen teil. Zuvor hatte es in der französischen Hauptstadt bereits eine Gelbwesten-Demonstration gegeben, am Nachmittag eine Gewerkschaftskundgebung gegen die Rentenreform der Regierung.


Die gewaltbereiten Demonstranten gingen der Polizei zufolge zunächst zusammen mit den Gelbwesten auf die Straße und schlossen sich dann der Klimakundgebung an. Dabei wurden Fensterscheiben zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Beginn der Ausschreitungen seien Sicherheitskräfte eingeschritten, um etwa 150 militante, teilweise maskierte Demonstranten auseinanderzutreiben. Dabei setzten sie auch Tränengas ein. Insgesamt waren 7500 Polizisten im Einsatz, Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen bereit.


In Paris insgesamt geringe Resonanz am Klimastreik


Zu derKlima-Kundgebung hatten mehrere Nichtregierungsorganisationen aufgerufen. Am Weltklimastreik am Freitag hatten sich in Paris nur knapp 10.000 Menschen beteiligt. Zum Vergleich: In Berlin protestierten 270.000 Menschen mehr Klimaschutz, in Hamburg waren es mindestens 70.000.


Zu Klimaprotesten war auch in anderen französischen Städten wie Straßburg, Lyon und Bordeaux aufgerufen. In Lyon versammelten sich laut Präfektur rund 5000 Menschen. Umweltschützer gehen derzeit weltweit auf die Straße. Anlass ist der bevorstehende UN-Klimagipfel am Montag in New York.





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