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KFC-Manager Effenberg: "Chaos herrscht irgendwo anders, aber nicht in diesem Verein"
KICKER.DE
Thu, 10 Oct 2019 11:26

KFC-Manager Effenberg: "Chaos herrscht irgendwo anders, aber nicht in diesem Verein"

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Thu, 10 Oct 2019 11:26

Am Donnerstagvormittag präsentierte der KFC Uerdingen Stefan Effenberg.

KFC-Manager Effenberg: "Chaos herrscht irgendwo anders, aber nicht in diesem Verein"
Anfangs hatte KFC-Präsident Mikhail Ponomarev das Wort, anschließend stellte sich Effenberg den Fragen der anwesenden Journalisten. Der neue Manager Sport äußerte sich zur Beziehung mit dem Investor, seiner ersten Amtshandlung und dem Ruf des KFC als Chaos-Klub.Analysen am Trainingsplatz: Sport-Geschäftsführer Niko Weinhart und Manager Stefan Effenberg. imago images
"Ich bin über die ganze Aufmerksamkeit überrascht", begann Ponomarev seine Ausführungen auf Englisch, "ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg", so der Russe. Im Rahmen der Einführung seines "neuen Partners" war der Geschäftsmann nimmermüde zu betonen, dass Effenberg als Gleichberechtigter "bei uns am runden Tisch" sitze. Speziell die "unglaubliche Erfahrung und das Können" seines Mitarbeiters rief Begeisterung bei Ponomarev hervor, zudem habe er "persönliche Skills, er war Kapitän einer der besten Vereine der Welt". Ergo: "Das müsste für unseren Klub hilfreich sein."
Er wird uns in einem nicht einfachen Weg an die Spitze des deutschen Fußballs begleiten. Es ist ein klares Signal: Stefan ist nicht gekommen, um in der 3. Liga zu sein.
Mikhail Ponomarev
Für Ponomarev sei es "eine einzigartige Möglichkeit" gewesen, dass "sich eine solche Person" ihm und dem Klub anschließe. "Er wird uns in einem nicht einfachen Weg an die Spitze des deutschen Fußballs begleiten", machte der Präsident keinen Hehl aus seinen großen Ambitionen. "Es ist ein klares Signal: Stefan ist nicht gekommen, um in der 3. Liga zu sein."
Effenbergs Vertrag läuft bis 2022 ("Wir haben eine Übereinkunft, und werden - egal, was passiert - die nächsten zwei Jahre zusammenarbeiten. Dann werden wir sehen") und stelle, das betonte Ponomarev ausdrücklich, "keine Reaktion auf die derzeitige sportliche Situation" dar. "Es ist das Resultat eines langen Planes."

Effenberg stellt sich den Journalisten

Der Hauptprotagonist des Tages selbst gab sich wohlwollend, betonte ebenfalls den Teamgedanken, ließ erste Veränderungen durchsickern, gab sich in puncto Zielsetzung aber noch zurückhaltend. Stefan Effenberg über...

...die Kontaktaufnahme von Seiten des KFC Uerdingen: "Niko (Weinhart; Geschäftsführer Sport, Anm. d. Red.) und ich kennen uns schon länger und sind seit einem Jahr in permanentem Austausch über Fußball und den KFC. Die Gespräche wurden in den letzten drei, vier Wochen immer intensiver, dann kam die Entscheidung, dass wir gemeinsam arbeiten, um den KFC wieder in die Spur zu bringen. Wir wollen aber noch keine Ziele stecken."

...seinen ersten Eindruck vom KFC Uerdingen: "Ich bin sehr, sehr froh, dass ich für den KFC tätig bin. Ich habe die erste Woche hinter mir, habe viel mit den Spielern geredet. Mein erstes Gefühl wurde bestätigt: Alle wollen, das ist eine gute Grundvoraussetzung. Wenn wir das alle bündeln, dann wird das auch eine erfolgreiche Zeit werden. Ich habe unglaublich viel Bock drauf, bin total motiviert und das wird auch so bleiben."

...die Wahrnehmung des KFC Uerdingen als Chaos-Klub: "Das sehe ich nicht so. Chaos herrscht irgendwo anders, aber nicht in diesem Verein. Der Klub ist von der 5. in die 4. und von der 4. in die 3. Liga aufgestiegen. Das ist ein Erfolg, kein Chaos."

...seine erste Amtshandlung: "Interimstrainer Stefan Reisinger wird ein ganz wichtiger Bestandteil im Trainerteam bleiben, auch wenn er nur die A-Lizenz hat. Wir werden sehr, sehr zeitnah eine Lösung finden. Als Trainer spiele ich hier keine Rolle, das habe ich von Anfang an ausgeschlossen."
Wir haben klare Absprachen und eine klare Linie. Von mir aus wird es funktionieren, jeder kennt seine Rolle.
Stefan Effenberg
...mögliche Konflikte mit Mikhail Ponomarev: "Wir reden als Team, wir treffen Entscheidungen als Team. Ich muss mich nicht unterordnen. Es ist nie verkehrt, hohe Kompetenz und Erfahrung hinzuzuholen. Was in der Vergangenheit war, ist Vergangenheit. Wir sind im heute und schauen nach vorne. Da werden wir hart dran arbeiten. Die Entscheidung ist seit über einem Jahr gewachsen, die Sympathie hat sich entwickelt. Wir haben gesagt, wir können zusammenarbeiten. Wir haben klare Absprachen und eine klare Linie. Von mir aus wird es funktionieren, jeder kennt seine Rolle."

...die hohe Trainer-Fluktuation beim KFC Uerdingen: "Das war in unseren Gesprächen ein entscheidendes Thema, dass man Kontinuität und Ruhe reinbringt. Dies wird so in der Form in der Zukunft nicht mehr passieren - das ist klar."

...den Bezug zu den Spielern: "Ich werde vor und nach dem Spiel in der Kabine sein. Nichtsdestotrotz ist es möglich, dass auch Niko mit dabei ist. Wir sind ein Team, das gehört auch dazu.